Rojava darf nicht geopfert werden: Feministische Selbstverwaltung schützen, Zivilbevölkerung sichern
Münster/Berlin, 23. Januar 2026
In Nord- und Ostsyrien verändern sich derzeit die Machtverhältnisse rasant. Syrische Regierungstruppen übernehmen Gebiete, die zuvor von kurdisch geführten Kräften verwaltet wurden. Für uns steht dabei besonders eine Frage im Mittelpunkt: Was passiert jetzt mit den Strukturen, die Frauen Schutz, Mitsprache und konkrete Rechte gesichert haben, und mit den Menschen, die darauf angewiesen sind?
Dazu erklärt Kathrin Gebel, frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag:
„Rojava ist eines der wenigen realen Beispiele dafür, dass feministische Politik nicht nur ein Satz im Koalitionsvertrag sein muss, sondern ein System, das Leben schützt. Wer diese Strukturen zerschlägt, trifft Frauen und Mädchen als Erste. Deutschland darf die Abwicklung der Selbstverwaltung nicht durch Schweigen und Normalisierung begleiten.“
Fatma Karana, Ratsfrau für Die Linke in Münster, ergänzt:
„Aus Münster erreichen mich viele Stimmen aus der kurdischen Community, die gerade Angst um ihre Angehörigen haben. Es geht nicht um abstrakte Geopolitik. Es geht um Versorgung, Flucht, Gewalt gegen Frauen, und um die Frage, ob ein demokratisches und pluralistisches Modell unter Druck einfach abgewickelt wird.“
