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Nach tödlichen Schüssen in Stade: Bundesregierung muss Gewaltschutz konsequent umsetzen

Zu den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade erklärt Kathrin Gebel, frauenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag:

„Die Tat in Stade macht mich fassungslos. Meine Gedanken sind bei den Getöteten, den Verletzten und allen Angehörigen. Dass ausgerechnet eine Einrichtung, die Müttern und Kindern Schutz und Unterstützung bieten soll, zum Tatort wird, erschüttert uns alle zutiefst. Die Tat zeigt, dass unsere Gesellschaft ein riesiges Gewaltproblem hat. Immer wieder wird nach Gewalttaten Betroffenheit gezeigt, aber Betroffenheit schützt niemanden. Echter Schutz entsteht durch Prävention mit früher Intervention, Täterarbeit mit Finanzierung und festgelegten Standards, sowie ausreichend finanzierten Hilfestrukturen und standardisierten Risikoanalysen. Auch im Sorge- und Umgangsrecht für gemeinsame Kinder muss Gewaltschutz endlich Vorrang haben. Es wird viel zu oft zum Einfallstor für fortgesetzte Gewalt, weil über Umgangsverfahren weiter Kontrolle ausgeübt und der Aufenthaltsort von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern offengelegt werden kann. Solange es keine Gesamtstrategie gegen häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt gibt, wird der Schutz für Frauen, Kinder und Mitarbeitenden der Hilfeeinrichtungen zur Glückssache. Die Bundesregierung muss Gewalt gegen Frauen endlich als strukturelles und gesamtgesellschaftliches Problem begreifen und einen echten Gewaltschutz konsequent umsetzen.“

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