Jugend ohne Kultur, aber mit Pflicht: Gebel kritisiert Kurs
Der Kulturpass wird eingestellt – Bundesregierung spart bei Teilhabe und dreht an der Pflicht.
Berlin, 23. September 2025
Die Bundesregierung beendet den Kulturpass für 18-Jährige. Auf der offiziellen Website heißt es: „Es werden keine weiteren Jahrgänge folgen.“ 2023 gab es 200 Euro, 2024 nur noch 100 Euro – jetzt ist Schluss. Begründet wird das Aus mit verfassungsrechtlichen Bedenken und der Zuständigkeit der Länder.
MdB Kathrin Gebel (Die Linke im Bundestag, stellv. Fraktionsvorsitzende) erklärt:
„Der Staat spart bei Kultur, aber baut Pflichtstrukturen für die Bundeswehr auf. Das ist ein Schlag ins Gesicht all jener jungen Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Für wohlhabende Familien ändert sich wenig: Wer Geld hat, kauft sich Kultur weiterhin einfach. Wer keins hat, verliert das einzige Instrument, das Teilhabe sichern sollte und soll gleichzeitig den Dienst fürs Militär leisten. Das ist Klassenpolitik pur.“
Offiziell begründet die Regierung das Aus mit fehlender Bundeskompetenz. Dazu Gebel:
„Das Argument ‚Ländersache‘ ist eine Ausrede. Natürlich gäbe es die Möglichkeit, über einen Bund-Länder-Deal den Kulturpass rechtssicher weiterzuführen. Man hat sich bewusst dagegen entschieden. Wenn man Musterungen organisieren kann, kann man auch Kulturteilhabe organisieren. Hier fehlt nicht die Rechtssicherheit, hier fehlt der Wille. Junge Menschen bekommen keine Perspektiven, sondern nur Pflichten. Und danach wundert sich dieselbe Politik über Politikverdrossenheit“, so Gebel.
Gebel abschließend:
„Eine Gesellschaft, die Kultur kürzt und Kasernen füllt, trifft eine politische Entscheidung gegen die Jugend. Wir brauchen nicht mehr Zwang und Militarisierung, wir brauchen mehr Teilhabe, Bildung und Kultur.“
