Gehörloses Mädchen aus Münster von Polizei angeschossen: Gebel spricht von Versagen
Münster, 20. November 2025
Bei einem Polizeieinsatz in Bochum ist eine zwölfjährige, gehörlose Jugendliche, die in einer Wohngruppe in Münster lebt, durch Schüsse aus einer Dienstwaffe schwer verletzt worden.
Dazu Kathrin Gebel, Bundestagsabgeordnete der Linken für Münster:
„Da wird nach einem vermissten Kind gesucht und am Ende liegt dieses Kind mit Polizeikugeln im Körper auf der Intensivstation. Das ist die Umkehr jeder Schutzpflicht. Wer so agiert, schützt niemanden, sondern macht aus einem verletzlichen Mädchen eine vermeintliche Bedrohung.“
Gebel kritisiert vor allem das Vorgehen der Polizei:
„Die Einsatzkräfte wussten, dass sie es mit einer gehörlosen Zwölfjährigen und einer gehörlosen Mutter zu tun haben. Trotzdem gab es offenbar keinen barrierefreien Zugang, keine Gebärdensprachdolmetschenden, kein spezialisiertes Krisenteam. Statt Kommunikation stehen Taser und Schusswaffen bereit. Das ist kein tragischer Zufall, sondern Ergebnis einer Politik, die auf Härte setzt und die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung ignoriert.“
Gebel fordert konsequente politische Antworten:
„Wir brauchen eine unabhängige Untersuchung dieses Einsatzes und zwar mit Beteiligung von Fachleuten aus Gehörlosenselbstvertretungen und Kinderrechten. Und wir brauchen klare Grenzen beim Einsatz von Schusswaffen gegen Minderjährige. Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen muss dafür sorgen, dass kein Kind noch einmal so vor der Polizei Angst haben muss wie dieses Mädchen.“
