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„Friedensfeind“ Abbruch? Während echte Krisen eskalieren, sollen Betroffene die Schuld tragen

Papst Leo XIV. nennt den Schwangerschaftsabbruch den größten Friedenszerstörer. Kathrin Gebel hält dagegen: Nicht schwangere Personen greifen Frieden an, sondern Aufrüstung, Zwang und soziale Unsicherheit. Wenn mächtige Männer Institutionen nutzen, um Kontrolle über Körper als Moral zu verkaufen, wird Freiheit zur Schamfrage. Auch in Deutschland bleibt der Skandal real: Schwangerschaftsabbrüche werden über §218 kriminalisiert. Gebel fordert: Selbstbestimmung entstigmatisieren, §218 raus aus dem Strafgesetzbuch.

Zu den Aussagen von Papst Leo XIV., Schwangerschaftsabbrüche seien der „größte Zerstörer des Friedens“, erklärt Kathrin Gebel, frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag:

„Es ist schon bemerkenswert, welche Bedrohungen für den Frieden hier priorisiert werden. Nicht Aufrüstung. Nicht autokratische Gewalt. Sondern ausgerechnet der Schwangerschaftsabbruch soll der größte Friedenszerstörer sein. Das ist eine Ablenkung, die am Ende nur eines tut: Kontrolle über die Körper von schwangeren Personen rechtfertigen. Aber Frieden wird nicht von schwangeren Personen angegriffen. Frieden wird angegriffen, wenn mächtige Männer Institutionen nutzen, um Kontrolle über Körper als Moral zu verkaufen.“ 

Gebel weiter: „In Gemeinden leisten Frauen einen riesigen Teil der Arbeit, aber wenn es um Entscheidungsmacht geht, bleibt es ein Männerverein. Die Maria 2.0 Bewegung zeigt, dass Frauen nicht mehr dafür bereit sind, ein System zu stabilisieren, das sie entmündigen.“ 

Mit Blick auf die Rechtslage in Deutschland betont Gebel: „Der eigentliche Skandal findet nicht nur in Rom statt. Er steht bei uns im Strafgesetzbuch. Schwangerschaftsabbrüche werden weiterhin über §218 kriminalisiert. Das ist kein neutraler Rechtsrahmen, das ist staatliches Misstrauen gegenüber Selbstbestimmung." 

Gebel abschließend: „Frieden wird nicht zerstört von Menschen, die eine schwere Entscheidung treffen, sondern von Zwang, sozialer Unsicherheit und einer Politik, die Selbstbestimmung stigmatisiert."

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