Debatte um Frauen-Wehrpflicht: Selbstbestimmung statt Bevormundung
Debatte um Frauen-Wehrpflicht: Kathrin Gebel fordert Selbstbestimmung statt Bevormundung
Berlin, 02. September 2025
Zur Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz, die Wehrpflicht perspektivisch auch für Frauen prüfen zu wollen, erklärt Kathrin Gebel, frauenpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag:
"Wenn Friedrich Merz an einem Gedenktag für Frieden im historischen Rathaus von Münster über eine Wehrpflicht für Frauen spricht, zeigt das nur, wie weit diese Regierung von der Lebensrealität vieler Frauen entfernt ist. Ein Staat, der mit § 218 das Recht auf Selbstbestimmung und die Autonomie von Frauen nicht anerkennt, will gleichzeitig über den Körper von Frauen verfügen. Das ist Bevormundung und es lenkt von echten Sicherheitsproblemen ab: von Gewalt gegen Frauen, von der Care-Krise und von kaputten sozialen Infrastrukturen. Frauen bezahlen das seit Jahrzehnten mit unbezahlter Sorgearbeit. Sicherheit entsteht nicht durch Zwangsdienste, sondern durch Vollfinanzierung von Schutz- und Beratungsstellen. Wir lehnen jede Form der Wehrpflicht ab. Junge Menschen brauchen Perspektiven, keine Einberufungsbescheide. Sicherheit ist zivil, sozial, präventiv und § 218 muss endlich ersatzlos fallen.“
