Anprangern reicht nicht - es braucht eine Verbesserung für Frauengesundheit überall!
Dorothee Bär prangerte in der Presse die gesundheitliche Versorgung von Frauen an. Grundsätzlich hat sie dabei recht – Deutschland ist in vielen Bereichen der Frauengesundheit de facto ein Entwicklungsland. Der Gender Data Gap, die jahrzehntelange Untererforschung frauenspezifischer Erkrankungen und eine an männlichen Körpern ausgerichtete Medizin sind seit Langem bekannt. Neu ist nicht die Diagnose, sondern dass das zuständige Ministerium dieses Versagen nun offen einräumt.
Kathrin Gebel, frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, dazu:
"Dieser Rückstand ist das Ergebnis politischer Entscheidungen. Die Union hat das Forschungsressort von 2005 bis 2021 geführt, ohne die Frauengesundheit konsequent in der Forschungsförderung zu verankern. Wer so lange auf der Bremse stand, kann sich heute nicht glaubwürdig als „Aufholjäger“ präsentieren. Ich begrüße die Förderung der Forschung – jedoch muss in der Gegenwart mehr getan werden. Dazu gehört eine bessere Versorgung und Finanzierung bei Lipödem und Endometriose. In der Vergangenheit haben wir uns für eine stärkere Ausfinanzierung und Unterstützung der Betroffenen eingesetzt – das wird sich auch unter der aktuellen Bundesregierung nicht ändern."
Gebel weiter:
"Darüber hinaus wollen wir den Fokus stärker auf Frauen in den Wechseljahren legen. Durch diesen hormonellen Umschwung können etwa ein Drittel der Betroffenen zeitweise nicht am Arbeitsleben teilnehmen. Es braucht dafür ernsthafte Maßnahmen und keine Schlagzeilen der Bundesregierung über einen angeblich zu hohen Krankenstand."
